Kommentar

Endlich mit dem Sparen anfangen

Von Andreas Lapos 

Die juristische Sicht ist nicht die einzige und muss auch nicht die ausschlaggebende sein.

Was ist besser: ein Radweg entlang einer kleinen Waldstraße oder auf einem Forstweg im Wald? Die Frage ist offenbar nicht so einfach zu beantworten. Die Verwaltungsrichter in Koblenz haben sich für den geteerten Radweg an der Straße entschieden. Unter anderem mit dem Argument, ein gleichwertiger Ersatz durch den Wald sei ebenfalls mit erheblichen Eingriffen verbunden und keine Alternative, sondern ein ganz anderes Projekt. Aus juristischer Sicht mag vor allem Letzteres so sein.

Aber die juristische Sicht ist nicht die einzige und muss auch nicht die ausschlaggebende sein. Schließlich steht es der Landesregierung jederzeit frei, auf den Bau des Radwegs an der Straße zu verzichten – auch wenn die Anliegergemeinden ihn gerne haben möchten. Dafür sprechen alleine die Kosten: Vor vielen Jahren waren es geschätzte 4,35 Millionen Euro für den geteerten Radweg an der Straße, vielleicht einige 1000 Euro für die Eingliederung einer Route auf Waldwegen in das Radwegenetz, dessen 142 Kilometer nur gut 400.000 Euro gekostet haben. Oder will denn wirklich niemand irgendwann mal mit dem Sparen anfangen?!

Quelle: RHEINPFALZ, Ausgabe " Germersheimer Rundschau" vom 06.05.2025