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Einwurf

Verantwortung abwälzen

Von Andreas Betsch
 

Dumm gelaufen – fragt sich nur für wen. Da will der Kreis seine lange vernachlässigte Kreisstraße 23 endlich ausbauen. Aber statt der erhofften Hilfe gibt der Landesbetrieb Mobilität die Anweisung, eine Abstufung vorzunehmen. Sprich: Der Kreis soll das kaputte Ding an jemanden abstoßen, der es auf eigene Kosten repariert. Doch wer ist so blöd? Die Stadt Wörth, ihr betroffener Ortsbezirk Schaidt und auch das benachbarte Scheibenhardt wollen sich gegen dieses Gebaren wehren. „Eigentum verpflichtet“, heißt es ja im Grundgesetz. Und es zeigt sich, wo die jahrelange Vernachlässigung von Pflichten enden kann: In der Abwälzung von Verantwortung.

Quelle: DIE RHEINPFALZ, Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Rheinschiene, Mittwoch, den 18. Dezember 2019

Kreisstraße abzugeben

Die K 23 von Schaidt in Richtung französische Grenze entspricht laut Landesbetrieb Mobilität nicht den Kriterien einer Kreisstraße. Weil eine Reparatur des maroden Verkehrsweges zu teuer erscheint, denkt die Kreisverwaltung über Alternativen nach.

Von Andreas Betsch

strassen im bienwald klSchaidt. Der Kreis Germersheim sucht einen neuen Eigentümer für seine Kreisstraße 23. Der stark beschädigte Verkehrsweg führt von Schaidt durch den Bienwald in die Nähe der deutsch-französischen Grenze. Eine Übernahme der Straße durch die Stadt Wörth ist im Gespräch, doch von dort und aus dem ebenfalls betroffenen Scheibenhardt kommt Gegenwehr. Eine Schließung der von Pendlern benutzten Verbindung scheint möglich.

Kreisstraße abstufen?Wohlbemerkt: In der Stellungnahme des Kreises zur diskutierten „Abstufung der Kreisstraße 23“ tauchen die Worte „Schließung“ und „Rückbau“ mit keiner Silbe auf. Darin heißt es, man prüfe „weitere Optionen und Schritte“.

Gemeinsam schlemmen im Bürgerstübchen

Seniorenbeirat organisiert monatlichen Mittagstisch für alle Generationen – Fahrdienste, Hilfe bei Schriftwechsel und Senioren-Hotline weitere Aufgaben

Von Monika Bögelspacher

Scheibenhardt. Scheibenhardt hat zwar keine Wirtschaft, aber ein „Bürgerstübchen“, hell und gemütlich, mit neuer halboffener Küche. Hier treffen sich jeden Monat junge und ältere Bürger, die gerne in Gemeinschaft kochen und essen.

gemuetlich schlemmen im buergerstuebchen klKarin Stephany hat den Essenstisch bereits schön dekoriert. Sie ist Zweite Vorsitzende des Seniorenbeirates, der den monatlichen Mittagstisch organisiert. Die Lebensmittelkosten werden bei dem Projekt „Gemeinsam Kochen und Genießen“ zu einem äußerst sozialen Essenspreis umgelegt. Heute freuen sich die Teilnehmer auf Lasagne in einer Fleisch- und Gemüse-Variante. Oft werden Gerichte gewünscht, die man für eine Person nicht zubereitet, wie Nelly Schweitzers Schupfnudeln bei einem Treffen im Herbst. „Aus sieben Kilo Kartoffeln hatten wir ganz schön viele Nudeln zu rollen“, erzählen die Frauen. Dass diese in der Pfalz wahlweise mit Apfelmus oder Sauerkraut serviert werden, sei etwas Spezielles, ergänzt Margitta Wittreich. Weil sie seit 39 Jahren die RHEINPFALZ im Ort austrägt, kennt sie ihre Mitbürger und macht unterwegs auch mal Werbung für diesen Mittagstisch.

Hasenweg: Zweiter Bauabschnitt teurer

Scheibenhardt. In Scheibenhardt steht der zweite Bauabschnitt am Hasenweg an. Das Ergebnis der Ausschreibung für die Arbeiten zwischen Kindergarten und Maxstraße wurde in der Gemeinderatssitzung am Dienstag bekanntgegeben.

Laut günstigstem Angebot fallen für den Ausbau rund 480.000 Euro an, ausgegangen war man vor der Ausschreibung von rund 430.000 Euro. Rollen könnten die Bagger ab Anfang November dieses Jahres. „Die Kosten liegen zwölf Prozent über der Schätzung“, sagte Ortsbürgermeister Edwin Diesel (CDU). „Aber das ist ja normal heutzutage, damit können wir gut leben. Die Wahl zum Seniorenbeirat hat fast keine Veränderungen gebracht. Es gab nur einen einzigen Weggang. Dem Team gehören folgende zehn Mitglieder an: Marion Benz, Hans-Peter Benz, Karl Heinz Benz, Gerhard Carl, Gabriele Meurer, Marion Förster, Ruth Herberger, Karin Stephany, Holger Zimmermann und Roland Prütting. Wolfgang Weiss gehört dem Seniorenbeirat nicht mehr an. (cde)

Quelle: DIE RHEINPFALZ, Pfälzer Tageblatt - Ausgabe Rheinschiene, Samstag, den 19. Oktober 2019

 

Eigenleistung wird belohnt

„Nichts ist unmöglich“, freute sich Scheibenhardts Bürgermeister Edwin Diesel zur Einweihung des Multifunktionsgebäudes. Wohl jeder im knapp 700-Seelen-Dorf wusste, dass damit eine unendliche Geschichte ihr gutes Ende findet.

Von Monika Bögelspacher


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Scheibenhardt. Bereits 2010 hatte Wehrleiter Christian Müller erste Sanierungspläne zum damaligen Anbaus ins Gespräch gebracht, als im März 2013 ein Brand so großen Schaden anrichtete, dass man trotz dieses Tiefschlages hier die Chance witterte, nun das alte Gebäude abzureißen und diese große Lösung für Vereine und Bürger, für die Jugend und für die Feuerwehr zu schaffen. Zeitliche Verzögerungen gab es, weil zu Beginn das Planungsbüro ausgestiegen war und Problemen mit Baufirmen zu lösen waren.Das größte Problem war zweifellos fehlendes Geld. Doch für dieses Manko Scheibenhardts bemühte Diesel mit „Glaube versetzt Berge“ ein zweites geflügeltes Wort.